Aus dem Inhalt
Das Vertrauen nutzen und ausbauen
Zum wiederholtenMal haben in diesem Jahr 94 % der befragten Deutschen in einer der größten Verbraucherstudien Europas, einer repräsentativen Reader’s Digest-Umfrage, ihr Vertrauen in die Feuerwehr als sehr hoch bzw. ziemlich hoch bezeichnet. Die Feuerwehrangehörigen belegten damit noch vor den Piloten mit 93 % und den Krankenschwestern mit 91 %, Platz 1 bei der Befragung.
Dieses Ergebnis bestätigt auch eine Untersuchung, die die vfdb (Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes) im Jahre 2005 durch führen ließ, in der die Deutschen die Feuerwehr als sehr wichtige Einrichtung vor Grundschulen, Polizei und Kindergärten einstuften. Beide Studien beschreiben damit eindruckvoll das hohe Ansehen, aber auch die hohe Erwartung, die in die Feuerwehr gesetzt werden. Um diesem Vertrauen und dem Wunsch nach Verlässlichkeit und Qualität auch zukünftig gerecht zu werden, müssen wir uns in einigen Bereichen die Frage stellen, ob wir mit unseren teilweise traditionell bedingten Strukturen und Organisationsformen noch in der Lage sind, die von uns erwarteten Leistungen zu erfüllen und ob wir dafür zukünftig noch entsprechendes qualifiziertes und motiviertes Personal finden werden. In die von der vfdb und dem Deutschen Feuerwehrverband angestoßene Diskussion zur Zukunftsfähigkeit des Feuerwehrwesens müssen wir uns alle mit einbringen und folgende Fragen erörtern:
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Muss das Örtlichkeitsprinzip in den Feuerwehrgesetzen überdacht und erweitert werden, um zusätzliche personelle Ressourcen nutzen zu können und eventuell die Qualität zu verbessern?
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Muss unsere Organisationsform (radikal?)verändert und angepasst werden, damit auch z. B. Menschen, die nur über begrenzte zeitliche Freizeit verfügen, in der Feuerwehr mitwirken können?
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Müssen wir uns noch mehr auf die klassischen Aufgaben der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr konzentrieren und zusätzliche Aufgaben (wie z. B. das Abstreuen von Ölspuren) anderen überlassen?
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Brauchen wir für seltene außergewöhnliche Aufgaben Spezialkräfte ?
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Müssen wir uns noch stärker als bisher dem professionellen Krisenmanagement widmen und die eines besseren belehren, die meinen, diese Aufgaben könnten nur von der Polizei und der Bundeswehr bedarfsgerecht erledigt werden?
Die Diskussion dieser und weiterer Gedanken und die Umsetzung der Ergebnisse in Verbindung mit einer offensiv verstärkten Öffentlichkeitsarbeit sollte dazu genutzt werden, dass die Spitzenplätze beim Ansehen und der Vertrauenswürdigkeit in der Bevölkerung erhalten bzw. vielleicht sogar noch ausgebaut werden können.
Walter Jonas
Präsident des Landesfeuerwehrverbandes NRW
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