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Rauchmelder – jetzt die Chance nutzen
NRW-Bauminister Oliver Wittke hat in seinem Ministerium eine Projektgruppe mit dem Ziel eingesetzt, die Landesbauordnung NRW und damit das Bauen zu entbürokratisieren, aber auch eine Anpassung an die 2002er Musterbauordnung zu erreichen.
Auf der letzten Sitzung dieser Arbeitsgruppe wurden ausschließlich Fragen zum Brandschutz behandelt. Hierzu waren auch Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes NRW und der AGBF NRW eingeladen. Das im Vorfeld von den Fachausschüssen der Feuerwehren erarbeitete Positionspapier (siehe Seite 164) wurde in dieser Sitzung diskutiert und im Wesentlichen akzeptiert. Heftige Diskussionen entfachten sich erwartungsgemäß aber wieder an der bekannten Forderung der Feuerwehren, den Einbau von Rauchmeldern in Wohnungen als gesetzliche Vorschrift in die Bauordnung aufzunehmen.
Die seit einiger Zeit laufenden Werbeaktionen der Landesregierung und der Provinzialversicherungen haben unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel sicher zu einer Steigerung des Verbreitungsgrades von Rauchmeldern beigetragen. Örtliche Feuerwehraktionen, wie z. B. in Gronau, sind gute Beispiele dafür, dass sich auch die Feuerwehren nach wie vor erfolgreich und intensiv mit diesem Thema beschäftigen.
Doch was geschieht, wenn die Aktion der Landesregierung Ende des Jahres ausläuft? Rauchmelder werden dann wieder in Vergessenheit geraten! Die Chance, Neubauten aus- und Altbauten nach einer festzulegenden Zeit nachzurüsten, ist, wenn die sich jetzt ergebende Gelegenheit nicht genutzt wird, wieder für Jahre vertan. Nordrhein-Westfalen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern im Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr hervorragend aufgestellt. Die Politiker haben erkannt, dass
hier Handlungsbedarf vorhanden war und in vorbildlicher Weise entsprechende Gelder für Ausrüstung und Ausbildung zur Verfügung gestellt.
Im Bereich der Prävention ist Nordrhein-Westfalen aber mittlerweile von sieben anderen Bundesländern überholt worden, die den Rauchmelder in ihren Bauordnungen festgeschrieben haben.
Hier könnte, ohne den Landeshaushalt zu belasten, auch in Nordrhein-Westfalen nachhaltig etwas für die Sicherheit der Bürger getan werden.
Die nordrhein-westfälischen Feuerwehrangehörigen erleben fast täglich, welche Szenen sich an Einsatzstellen abspielen, weil Personen bei Bränden schwer verletzt werden oder sogar ums Leben kommen, da sie nicht rechtzeitig gewarnt wurden. Die politisch Verantwortlichen sollten nun endlich die sich bietende Chance nutzen und im Rahmen der Novellierung der Landesbauordnung den von den Feuerwehren vorgelegten Formulierungsvorschlag zur Installation von Rauchmeldern gesetzlich verankern.
Walter Jonas
Präsident des Landesfeuerwehrverbandes NRW
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Titelbild: Waldbrand im Hochsauerlandkreis
Foto: Feuerwehr Meschede