Die aktuelle Ausgabe 10 2009
Aus dem Inhalt
Trotz Gewinn- und Umsatzzuwachs
in die Insolvenz ?
Die Gäste sind hoch zufrieden, das Haus ist gut ausgelastet, die Umsätze wachsen stetig, das Personal ist motiviert und einsatzfreudig und dennoch musste am 27.08.2009 beim Amtsgericht in Köln ein Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit für noch nicht beglichene Bauleistungen eingereicht werden.
Wie ist diese Entwicklung zu erklären?
Mit Ende der Fertigstellung des Objektes wurde im April 2008, nachdem alle Bauhandwerker, die mängelfreie Bauausführungen abgeliefert hatten und in Höhe ihrer ursprünglich abgegebenen Angebote bezahlt worden waren, eine in der Höhe nicht einkalkulierte Baukostenüberschreitung festgestellt.
Den Verantwortlichen für PHÖNIX war klar, dass die damals im Raum stehenden Restzahlungen (ob berechtigt oder nicht) nicht noch zusätzlich aus dem laufenden Geschäft des Hotels beglichen werden konnten. Ein namhaftes Anwaltsbüro wurde daraufhin mit der Vertretung der Interessen von PHÖNIX gegenüber den Handwerkern beauftragt.
Die bis zum Datum der Insolvenzeröffnung anfallenden Anwalts-, Gerichts- und Vergleichskosten mit Bauhandwerkern wurden von PHÖNIX und teilweise durch den Landesfeuerwehrverband beglichen. Es war aber erkennbar, dass ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung irgendwann der Zeitpunkt kommen würde, wann diese eigenen Mittel erschöpft sein würden.
Nach dem nun eingeleiteten Insolvenzverfahren, mit dem ein namhafter Insolvenzverwalter aus München beauftragt wurde, soll der Betrieb des Hauses dauerhaft fortgeführt werden.
Auch ein vom Innenministerium NRW in Auftrag gegebenes unabhängiges Gutachten zum Betrieb des Hauses kommt zu dem Schluss, dass sich das Haus in Zukunft wirtschaftlich führen lässt. Darauf hin wurde aus den Ministerium signalisiert, an einer Lösung zum Überleben von PHÖNIX konstruktiv mitzuarbeiten.
Trotz der derzeit sehr schwierigen Situation sollten wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten dafür einsetzen, dieses Sozialwerk, das so einzigartig in Deutschland ist, unter allen Umständen zu erhalten und fortzuführen. Es ist ein Stück Landesfeuerwehrverband für den es sich einzusetzen lohnt und über dessen Fortführung mehrfach immer mit fast einstimmiger Mehrheit abgestimmt wurde.
Es sollte uns auch bewusst sein, dass wir eine Verpflichtung gegenüber denen haben, die die Einrichtung seinerzeit gegründet haben, sie zu erhalten und für unsere Nachkommen auszubauen.
Neben dem Gebäude und seiner Einrichtung sind es aber vor allem die Mitarbeiter/innen, die den derzeitigen Erfolg sicherstellen. Die positive Entwicklung von der Eröffnung bis heute wäre ohne den selbstlosen und aufopferungsvollen Einsatz von Hotelleiter und Geschäftsführer Axel Wirth und seinen Mitarbeiter/innen nicht möglich gewesen. Auch Ihnen gegenüber hat der Landesfeuerwehrverband NRW als Arbeitgeber eine Verantwortung für deren Arbeitsplätze.
Mit einem herzlichen Dank an alle Beschäftigten von PHÖNIX und einem Appell an alle Feuerwehrangehörigen in NRW sich für PHÖNIX weiter einzusetzen, bin ich optimistisch, dass wir den einmal beschrittenen Weg zum Erhalt der über 50 Jahre alten Sozialeinrichtung des LFV NRW positiv gemeinsam fortsetzen können.
Walter Jonas
Kreisbrandmeister und
Präsident des Landesfeuerwehrverbandes NRW
Verband
Schulung und Einsatz
Unfallkasse NRW
Technik
Recht
Kurz informiert
Titelbild: Landesjugendfeuerwehrtag in Wuppertal
Foto: Friedrich Kulke